LOLL


Hepburn/Hebron/Bothwell


Einleitung

Der Name Hepburn ist schon lange sehr verbreitet. Dies hat dazu geführt, dass Verwechselungen in der Historie vorkommen. Im Dreißigjährigen Krieg gab es zwei verschiedene Heerführer mit Namen Hepburn (Hebron), einmal den

kaiserlichen Obersten Daniel Hebron
und den
königl.-schwedischen Obristen, später französischen Maréchal de France (Feldmarschall) Sir John Hepburn.

Bis vor kurzem bin ich davon ausgegangen, dass es im 17. Jh. nur einen Oberst Daniel Hepburn ( Hebron) gibt. Gemeint war der mir bekannte Oberst Daniel Hebron, von dem es im Museum in Stolp den Zinnsargdeckel gibt, auf dem auch seine Geburts- und Sterbedaten stehen.

In einem Erfahrungsaustausch mit Schottischen Familienforschern sind dann Zweifel aufgekommen, an der Stammfolgebeschreibung im SEDINA-ARCHIV Nr. 4/197 und ob es nur einen Oberst Daniel Hepburn gibt. Es werden diesem im besonderen Schottische Quellen entgegengestellt, u.a. die Bücher von Th. A. Fischer  " Scots in Germany" und "The Scots in Eastern an Western Prussia"1 Demnach fiel dieser Hepburn in einer Schlacht im Nahkampf bei Savernes und Zabern 1636. Als Quelle wird hier ein Brief von Richelieu an La Valette vom 20. Juli 1636 angegeben.

Jetzt sind Dank der Forschungsarbeiten von Herrn Peter Engerisser diese Verwechselungen richtig gestellt worden. Er hat das Buch geschrieben "Der Dreißigjährige Krieg in Schwaben, Franken und der Oberpfalz 1631 - 1635", das inzwischen erschienen ist. Herr Engerisser hat dankenswerterweise Ergebnisse seiner Recherchen zur Verfügung gestellt. Die übermittelten Daten und Quellen darf ich hierzu benutzen.

Hebron Stargard/Sageritz

Meine Arbeit an der Ortsforschung Sageritz Kreis Stolp hat u.a. auch zu den Untersuchungen um das in Sageritz befindliche Grab des Oberst Daniel Hebron geführt. Oberst Daniel Hebron *16.10.1584 in Stargard + 08.07.1628 in Stargard, beigesetzt 1628 unter der Linde des Dorfplatzes in Sageritz (Sageritz gehörte zu der Zeit mit Karstnitz, Benzin und Hebron-Damnitz der Familie Hebron).


 


Hier ein Foto mit der Dorflinde das ich 1978 in Sageritz gemacht habe.

Als Kind bin ich oft in diesen Baum geklettert, weil man von hier sehr gut und weit ins Oberdorf und ins Unterdorf blicken konnte.

Heute steht diese Linde nicht mehr.

Oberst Daniel Hebron wurde 1628 im Dorf Sageritz Kr. Stolp/Pommern mit allen militärischen Ehren beigesetzt. Der noch andauernde Dreißigjährige Krieg hat verhindert dass sein Grab unmittelbar zum Ehrenmal wurde. Das Aussterben der Hebrons in Pommern im 18. Jh. (der letzte ist Johann Dietrich Freiherr von Hebron *1705 + 1756 in Viteröse bei Groß-Jannowitz Kr. Lauenburg) hat dazu beigetragen, dass auch er zunächst in Vergessenheit geraten ist. Die Bauern in Sageritz haben wahrscheinlich die Raubzüge der Armeen im Krieg höher bewertet als die historischen Leistungen des Oberst Daniel Hebron, und haben ihm deshalb kein Denkmal gesetzt. Die späteren Bürgermeister der Kirchspiel-Gemeinde Sageritz hatten ebenfalls nicht die Möglichkeit sich forschend mit der Geschichte ihrer Heimat auseinanderzusetzen. Mit den Kenntnissen z.B. eines Cosmus von Simmern, ihm ein bewahrendes Andenken, in ihrer Gemeinde zu setzen. Ausgelöst durch die Geschichte über den heute historischen Sargdeckel des Oberst Hebron von 1628, der beim Torfstechen im Moor zwischen Sageritz und Mahnwitz gefunden wurde, ergibt sich die Möglichkeit der nachträglichen Ehrerbietung an dem Ort in Sageritz, an dem er bestattet wurde.

Hier folgt der Text auf dem Sargdeckel Daniel Hebron + 08.07.1628:

 



Eine weitere Quelle findet sich in der Literatur. „Chronik" heißt das 14 bzw. 18 bändige Werk des Cosmus von Simmern. Er lebte von 1581 bis 1650, stammt aus Kolberg und berichtet über Daniel Hebron aus eigenem Erleben. Dieses Werk wird in den Baltischen Studien in mehreren Aufsätzen beschrieben. Dr. Rud. Hanncke, Cöslin berichtet von dem Studium der Abschriften der Chronik. In „Baltischen Studien" 40. Jahrgang darüber und was von Simmern über Hepburn sagt.2 Danach ist Hepburn am 8.July 1628 in seinem Geburtshaus in Stargard/Pommern an einer Krankheit gestorben.

Herr Engerisser hat detailliert beschrieben welche Regimenter Hebron geführt hat.

Über Daniel Hebron als kaiserlicher Kriegsoberst ist aufgrund seiner kurzen Tätigkeit von 1625 bis 1628 in den einschlägigen Quellen nicht viel verzeichnet. Die Quelle LKKA bezeichnet übrigens die "Lista Kaiserischer Kriegs Armada", also die offiziellen Regimentslisten der kaiserlichen Armee, abgedruckt in den "Documenta Bohemica Bellum Tricennale Illustrantia" (abgk. DBBTI, herausgegeben von der Academia Nakladateltvi Ceskoslovenske, hrsg. von Miroslav Toegel, Josef Kollmann, Vladimir Budil, Josef Polisensky u. a., 7 Bände, Prag 1971-1981). Der einzige Band, der Daniel Hebron führt ist Band IV, der den Zeitraum 1625 - 1630 abdeckt (Prag, 1974). Danach führte Daniel Hebron ab 1625 ein Regiment Deutscher Arkebusiere und ein Regiment Dragoner, die wie folgt stationiert waren: Im Jahr 1625: 4 Kompanien deutsche Arkebusiere, disloziert (stationiert) in Böhmen. 10 Kompanien deutsche Dragoner, disloziert in Böhmen im Jahr 1626: 8 Kompanien deutsche Arkebusiere, disloziert im Reich 10 Kompanien deutsche Dragoner, disloziert in Schlesien im Jahr 1627: 10 Kompanien deutsche Arkebusiere, disloziert im Schlesien 10 Kompanien deutsche Dragoner, disloziert in Polen im Jahr 1628: 10 Kompanien niederdeutsche Knechte (Fußvolk), disloziert in Mecklenburg die Regimenter Arkebusiere und Dragoner sind bereits nicht mehr gelistet.

Zu Mitte 1628 berichtet die Kriegsliste, dass das Fußregiment Hebron an den Herrn Franciscus von Marazan, mit gleichzeitiger Bestallung zum Obristen, übergeben wurde. Hepburn war hier wohl schon erkrankt und nicht mehr in der Lage das Rgt. zu führen.3 " Vor seinem Tod hat er das Commando Obrist-Lieut. Bruder Richarten von Magdeburg" übergeben. Der Sargdeckel mit Inschrift des Zinnsarges von Daniel Hebron, der in Sageritz Kr. Stolp begraben wurde, ist erhalten. Hier stehen die Daten *1584 +8.07.1628. Er starb in Stargard, die Bestattung erfolgte aber auf seinem Landsitz in Sageritz bei Hebron-Damnitz. Der Sargdeckel liegt im „Muzeum Pomorza Srodkowego w Sluspku" heute Polen. Ich habe ihn dort im Mai 2001 selber besichtigt. Hochinteressant sind besonders die Details, die Herr Engerisser in den nachfolgenden Briefwechseln fand, aus DBBTI Bd. IV:

Am 2. Sept. 1625 schreibt Wallenstein an Tilly, dass er nun von Eger gegen Mansfeld im Niedersächsischen aufbreche, einzig das Regiment (Daniel) Hebron bleibe noch in Böhmen liegen (Bd. IV, S. 60). A. 14. April 1626 schreibt Wallenstein aus Aschersleben, er hätte den Obristen Hebron nach Neu-Haldensleben kommandiert, um den Truppen des Christian von Braunschweig Abbruch zu tun (Bd. IV, S. 110). Am 13. August 1626 befinden sich die Regimenter Hebrons bei der Verfolgung Ernst von Mansfelds bei Groß-Glogau und Oppeln in Schlesien (Bd. IV, S. 139). Am 3. März 1627 dankt Herzog Bogislav von Pommern (aus Stettin) dem Obristen Daniel Hebron für die angebotene Hilfe gegen das schwedische Heer, welches zwischen Pasewalk und Prenzlau eingedrungen wäre und sich nun an der Grenze der Neumark und Pommerns formiere. (Bd. IV, S. 182). Am 16. März 1627 schreibt Oberst Hebron aus Lubben an Wallenstein: Das schwedische Heer, das aus Mecklenburg anrücke, habe an zwei Stellen nach Pommern durchbrechen wollen, sei aber zurückgeschlagen worden. Jetzt ziehe es angeblich gegen Frankfurt/Oder. Er habe Herzog Bogislaw v. Pommern und den General in Posen schriftlich gewarnt, vor dem Feind auf der Hut zu sein, und ihm keinen Durchzug zu gestatten und ihm für den Bedarfsfall eine Hilfstruppe von 6000 Mann [!] angeboten. (Bd. IV, S. 185). Am 5. August 1627 schreibt Oberst Daniel Hebron aus Schwiebus an Wallenstein, er habe zu Herzog Bogislaw von Pommern einen Trompeter mit der Aufforderung gesandt, er möge die Grenzen seines Landes schützen, da der Feind sich dorthin wende. Dieser Trompeter habe die Nachricht gebracht, dass es zwischen Berlinchen und Bernstein zu einem Treffen (Gefecht) zwischen beiden Armeen kam, bei welchem (der kais. Oberst) Pechmann gefallen, Schaffgotsch (Hans Ulrich Frh. von, kais. Oberst, später Generalwachtm.) verwundet und seinem (Hebrons) Regiment Verluste zugefügt worden seien. Trotzdem hätten die Kaiserlichen gesiegt und den Feind in die Flucht geschlagen. Damit enden die Briefwechsel Hebrons an Wallenstein.

Kurzbiographien über den Obristen des Dreißigjährigen Krieges.

Zusammenstellung über Sir John Hepburn (1598 bis 1636) stand von 1620-1623 in böhmisch-pfälzischen, von 1625-1629 in dänischen (ab 1625 als Oberst), von 1629-1632 in schwedischen und von 1632-1636 in französischen Diensten.4 In zeitgenössischen Quellen wird er häufig als „Obrist Hebron" bezeichnet (nicht zu verwechseln mit dem kaiserlichen Obristen Daniel Hebron [alias Hepburn, 1584-1628], der von 1625 bis 1628 ein Regiment deutscher Arkebusiere führte. 5

Die einzige konkrete Nachricht über John Hepburns dänische Militärkarriere datiert vom 29. Juli 1626, als in einem Gefecht bei Rössing, unweit des Schlosses Calenberg (Nähe Hildesheim) eine bayerische Kavallerieeinheit unter dem Grafen Egon von Fürstenberg ein dänisches Armeekorps besiegte, wobei Hepburn in Gefangenschaft geriet, sich aber wenig später ranzionieren (freikaufen) konnte.6 Ab 1629 (nach dem Frieden von Lübeck zwischen Dänemark und dem Kaiser) trat der gebürtige Schotte in die Dienste des Schwedenkönigs Gustav Adolf, bei dem er im Jahr 1631 Nachfolger von Sir Donald Mackay, Lord Reay, als Kommandeur der Schottischen Brigade wurde. Beim Sturm auf Frankfurt an der Oder (23.4.1631) zeichnete sich John Hepburn in vorderster Linie kämpfend aus und in der Schlacht bei Breitenfeld (7./17.9.1631) kommandierte er erfolgreich die Schottische Brigade mit den Regimentern Robert Monro, James (Jakob) -> Ramsay und John ->Hamilton (dazwischen je 5 Kompanien zu Pferd unter Oberst Georg von ->Uslar) in der Mitte des zweiten Treffens der schwedischen Schlachtordnung.7 Nach der Einnahme Münchens durch die Schweden (17.5.1632) war Hepburn vorübergehend Kommandant der bayerischen Hauptstadt, geriet aber bereits zu diesem Zeitpunkt in Differenzen mit dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf. Hepburn quittierte schließlich seinen schwedischen Dienst, weil er sich als Katholik von Gustav Adolf wegen seiner Religion zurückgesetzt glaubte. Spätere Historiker schrieben diesen Schritt der patriotischen Gesinnung Hepburns zu - tatsächlich ging es jedoch eher um den Anspruch auf Beförderung, den Hepburn zu haben glaubte, dem ihm der Schwedenkönig aber verweigerte. Nach Soden wurde er von Gustav Adolf am 10. Juli 1632 persönlich entlassen und das Regiment seinem damaligen Oberstleutnant Adam von Pfuel übergeben (s. auch Brzezinki/Lützen S. 23 Anm. 9)8. Bei der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf (3.9.1632) nahm Hepburn deshalb nur noch nur als Zuschauer im Gefolge des Königs teil. Bei dieser Gelegenheit und in Anbetracht der gefährlichen Gesamtsituation ersuchte ihn Gustav Adolf, eine von Herzog Bernhard von Weimar eroberte Höhe zu rekognoszieren. Hepburn antwortete, er habe zwar keinen Dienst mehr zu leisten, da der Auftrag aber Gefahr in sich berge, wolle er ihn übernehmen. Nach Hartes Überlieferung nahm Hepburn die Höhe in Augenschein und meldete, dass der Feind von hier mit Vorteil bedroht werden könne. Daraufhin begab sich Gustav Adolf persönlich auf die Anhöhe, worauf Hepburn seinen Degen in die Scheide steckte und zu ihm sagte: "Nun, Sire, ist mein Auftrag erfüllt; von nun an ziehe ich mein Schwerdt nicht mehr für Sie." Gustav Adolf antwortete ihm nicht.9 Hepburn verließ kurz nach dieser Begebenheit zusammen mit dem englischen Gesandten das schwedische Heer und reiste nach Frankreich. Im Jahr 1633 trat Hepburn Oberst in französischen Dienste, war ab Mitte 1635 Maréchal de Camp (Generalmajor) und brachte es schließlich noch bis zum Maréchal de France (Feldmarschall). Nach Harte blieb Hepburn in einem Zweikampf, was jedoch absolut unzutreffend ist. Er fiel am 9./19.Juni 1636 bei einem missglückten Sturm auf Zabern (Saverne)10.

Hebron/Hepburn + in der Schlacht bei Savernes und Zabern

Wie sich jetzt herausgestellt hat, handelt es sich in der Englisch/Schottischen Literatur in der Regel um Sir John Hepburn. In den Büchern von Th. A. Fischer „Scots in Germany" und „The Scots in Eastern an Western Prussia" tauchen die Namen Hepburn, Hebron, Heburn und Bothwell mehrmals auf. 1378 gibt es den Namen von Adam de Heburn als Seefahrer und Ritter auf dem Weg nach Preußen.11 In der Zeit des Dreißig jährigen Krieges 1618-1648 gab es die schottischen Brigaden, die an unterschiedlichen Fronten gekämpft haben. Der Autor Fischer beschreibt den Colonel Hepburn, der später sogar „Maréchal of France" war, als jungen, gut ausgebildeten Mann, der aus einer noblen katholischen schottischen Familie stammt. Er wird als Siegertyp beschrieben. Schon bevor er für den Schwedischen König in den Krieg zog, war er mit seinen Truppen für König Friedrich von Böhmen (1619) gegen Stanislaus von Polen tätig. Er befehligte die zweite Brigade die Hepburn's scottish Brigarde oder Green Brigade, von insgesamt 13 Regimentern des Gustav II. Adolf von Schweden im dreißigjährigen Krieg. Es wird u.a. der Sieg bei Stralsund und der Rückzug nach Wolgast (1929) beschrieben. Er stellte dann in der Nähe von Rügenwalde aus den dortigen Gutsbesitzern und Bauern eine kleine, gut ausgebildete Armee für Gustav Adolf auf. Die schottischen Highlender marschierten inzwischen über Schiefelbein nach Kolberg. Die ersten Heldentaten der neu formierten schottischen Brigade war die gewonnene Schlacht um Frankfurt/Oder und Landsberg. Hier wurde Hepburn am Bein verwundet. Hepburn marschierte gegen Leipzig (1631). Hier wird eine besondere Schlachtformation von Hepburn erwähnt. Er formte ein Rechteck (square) mit seinen Truppen und war so gegen die angreifenden Österreicher erfolgreich. Gustav Adolf dankte der Green Brigade" ähnlich einem Triumpf". Beides gleicht Kriegsberichten bei den Römern. Am 11. September 1631 nahm Hepburn die Stadt Leipzig ein. Von hier aus ging es weiter nach Halle, Thüringen und Würzburg. Gustav Adolf ließ die hier erbeuteten Kostbarkeiten aus der Bibliothek der Jesuiten nach Upsala schaffen. Hepburn wandte sich von hieraus mit seiner Brigade zum Rhein und kam über Oppenheim nach Mainz. Nach der Einnahme von Mainz blieb Hepburn hier bis März 1632. Dann ging es über Donauwörth und Augsburg nach München. Am 07. Mai 1632 wurde Hepburn zum Gouverneure der Stadt München ernannt. Hier wird von einem Spaziergang mit seinem Freund und Studienkollegen von der Universität Cambridge berichtet, der auch Kommandeur eines Schottischen Regimentes war. Im Juni 1632 wurde die gesamte protestantische Armee von Gustav Adolf in Nürnberg zusammen gezogen. Nach einem Treffen mit Gustav Adolf bei Neustadt, kam es zu einer folgenschweren Entscheidung von Hepburn. Er verließ die schwedischen Dienste. Hepburn wollte den angesagten Kampf gegen die Kaiserlichen und hier im besonderen gegen die Böhmische Königin, einer schottischen Prinzessin, nicht mittragen. Es war nach Fischer nicht die andere Religion, sondern die Treue zum schottischen Adel, die Hepburn umschwenken ließ. Hepburn bot nun seine Dienste dem Französischen König an, der zu diesem Zeitpunkt Verbündeter der Schweden war. Nach einem Aufenthalt in Paris marschierte Hepburn mit seiner neu formierten Armee (Régiment d'Hébron) ins Elsass und nach Heidelberg. 1635 wurde diese Französische Armee mit La Valette, Bernhard von Weimar und Hepburn entscheidend geschlagen. Obwohl ihn König Ludwig der XIII. noch zum Maréchal de France machte war seine erfolgreiche Zeit vorbei. Die letzten Heldentaten seiner Armee, waren die Siege von Savernes und Zabern. Hier fiel er in einer Schlacht im Nahkampf. Als Bericht zu seinem Tod gibt es einen Brief von Richelieu an La Valette vom 20. Juli 1636 an.

Bothwell

Diese Familie der Hepburns stammt vom heute verfallenen Adelssitz Bothwell-Castle in Schottland. Alexander Hepburn, der Vater von Daniel Hepburn kam im 16 Jh. von hier nach Pommern. Der in der Geschichte bedeutendste Hepburn war James Hepburn, Earl James Bothwell, Herzog von Orkney. Durch seinen Ehrgeiz zur Heirat mit Maria Stuart am 15. Mai 1567 geriet er zwischen die beiden herrschenden Parteien im damaligen Schottland. Auf der einen Seite der mehrheitliche protestantische (Calvinistisch) Adel und Clerus und auf der anderen Seite das katholische Königshaus von Maria Stuart. Die Gießener Studien von 1881 zur Untersuchung der Regierung von Königin Maria Stuart von Schottland beschreiben auch den Anteil des Grafen Bothwell an der Geschichte dieser Zeit.12 Th. A. Fischer zitiert hierzu ein Empfehlungsbrief (hier datiert auf 1566) von Queen Mary und Henry Darnley für einen David Melville.13 Darnley wurde 1567 angeblich durch den nachfolgenden Ehemann von Maria, James Hepburn ermordet. Richtig ist nur, dass er einem Komplott zur Ermordung des Königs angehörte und das seine Leute das Haus des Königs in Edinburgh in die Luft sprengten. Er heiratete als Earl James Bothwell, Herzog von Orkney (Jacob Heburnus Bothweliae comes) am 15.05.1567 Maria Stuart. James Hepburn (Bothwell) musste nach Intrigen des Adels fliehen. James Hepburn liegt in der Krypta der Kirche von Faarevejie in Dänemark begraben. Sein Bruder Alexander kam nach Pommern und heiratete dort 1582 Isabella Wachtel. Sie hatten zwei Söhne Jacob und Daniel *16.10.1584 in Stargard + 08.07.1628 in Stargard.14
Beim Studium der beiden Bücher von Th.A. Fischer kommt der Name Hepburn u.a. vor im Kapitel Church für den Priester Hepburn um 1500, in der Anlage Handwerker in Posen 1605 für Edward Hebron (Hepburn), in der Anlage Liste der Offiziere bei Gustav Adolf für Colonel Sir J. Hepburn, im Verzeichnis der Seminarteilnehmer im Kloster Ratisbon 1838 Guil Hepburn red., in der Liste der Schottischen Studenten der Universität Frankfurt/Oder 1587 mit M.Jacobus Helbron (Hepburn), im Kapitel Schottische Händler, erbt 1657 Christina Hebron (Hepburn) ¾ des Vermögens von George Kilfauns15, im Kapitel Army, Church and oster Matters wird George Hepburn als Goldschmied aufgeführt und im Kapitel Dokumente, erscheint bei Schotten in Danzig 1599 Geo. Hebron (Hepburn) die das Stimmrecht (Bürgerrechte) erhalten haben. Sir John Hepburn stammte übrigens nicht aus der Linie der Bothwell, sondern aus der Familie der Hepburns of Athelstaneford, einer Nebenlinie des Waughton Clans (einiges darüber in: Life of Sir John Hepburn by James Grant, 1851).


Zusammenfassung

Nach jahrelangen Recherchen haben sich die bruchstückhaft bekannten und im Dorf Sageritz mündlich überlieferten Aussagen, das der Oberst Hebron aus dem Dreißigjährigen Krieg unter der Dorflinde auf dem Dorfplatz vor der Kirche begraben liege, bestätigt. Zu Beginn meiner Arbeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass vor dem Haus meiner Eltern, meinem Geburtshaus, sich ein historisch so bedeutsames Grab befinden solle. Widersprüchliche Angaben nährten zunächst meine Zweifel, aber inzwischen sind alle Angaben belegt.

Es gab zwei verschiedene bedeutende Männer im Dreißigjährigen Krieg, den kaiserlichen Obersten Daniel Hepburn, später Daniel Hebron und den königl.-schwedischen Obristen, später französischen Maréchal de France (Feldmarschall) Sir John Hepburn. Hieraus ergaben sich Verwechselungen, die viele Aussagen zweifelhaft erscheinen ließen. Glückliche Umstände haben es gefügt, dass heute im Jahre 2004, die Geschichte zweier Gestalten im 17. Jahrhundert aufgeklärt und beschrieben werden konnten.

Stand 05.01.2010
Fritz Loll

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1 Fischer, Th.A. The Sots in Germany, Kapt. The Army S.89, Edinburgh 1902

2 Baltische Studien, vierzigster Jahrgang Abt. Cosmus von Simmern, S.17-67, Stettin 1890

3 Baltische Studien, vierzigster Jahrgang Abt. Cosmus von Simmern, Seite 50

4 e-mail Peter Engerisser v. 16.05.2004

5 DBBTI/LKKA S. 418-435.

6 Lahrkamp/Gronsfeld, S. 88.

7 Oluf Hansons Plan in Theatr. Europ. II, S 423.

8 Fr. Frh. v. Soden, Gustav Adolf und sein Herr in Süddeutschland Bd. I, S. 384, nach Bougeane I, S. 263

9 Harte, Walter/Gustav Adolph Bd.II S. 391 (Bei Fronmüller S. 47).

10 Bougeane, bei Soden I, S. 384, Brockington S. 389, Khevenhiller XII S. 1974.

11 Fischer, Th.A. The Sots in Germany, Kapt. The Army S.70, Edinburgh 1902

12 Bekker, E., Maria Stuart, Darley, Bothwell, Giessen 1881

13 Fischer, Th. A. The Scots in Eastern and Western Prussia, S.87, Edingburg 1903

14 SEDINA-ARCHIV Nr. 4/1974 Familiengeschichtliche Mitteilungen

15 Fischer, Th. A. The Scots in Eastern and Western Prussia, S.98, Edingburg 1903